Wie amerikanische Militärplaner das Scheitern im Iran vorwegnahmen
Von Amerikanets
Der Beitrag erschien am 10. August 2026 auf Englisch bei www.amerikanets.com
Bevor das US-Militär die Operation Epic Fury mit Luftangriffen startete, legte der National Intelligence Council (NIC) dem Präsidenten Mitte Februar 2026 einen geheimen Bericht über die Aussichten eines Angriffs auf den Iran vor. Der NIC ist eine Einrichtung der Exekutive, deren Aufgabe darin besteht, die Analysen der 18 US-amerikanischen Nachrichtendienste zusammenzuführen.
Die Einschätzung, über die zuerst die Washington Post berichtete und die anschließend von Associated Press bestätigt wurde, zeichnete ein düsteres Bild. Sie kam zu dem Schluss, dass eine vom US-Militär eingeleitete Offensive die zentralen Säulen der iranischen Regierung wahrscheinlich nicht zerschlagen würde. Eine Tötung des Obersten Führers Ali Khamenei könnte sogar das Gegenteil bewirken: Sie könnte zur Konsolidierung der militärischen und politischen Strukturen des Iran und zur Aktivierung von Notfallplänen führen, auf die sich die Iraner seit Jahren vorbereitet hatten. Es sei unwahrscheinlich, dass die iranische Opposition im Inneren in einem solchen Szenario die Macht übernehmen würde. Sowohl eine begrenzte Luftkampagne als auch ein langwieriger Krieg könnten das Ziel eines Regimewechsels mit hoher Wahrscheinlichkeit verfehlen.
Der NIC-Bericht war die letzte Warnung in der jahrzehntelangen, gut dokumentierten Geschichte düsterer Prognosen amerikanischer Militär- und Nachrichtendienstplaner über die strategischen Folgen eines Krieges mit dem Iran. Offizielle Analysen hatten jedes größere Problem eines möglichen Konflikts vorausgesehen – von der unerbittlichen Arithmetik bei der Produktion von Abfangraketen bis hin zur Möglichkeit, dass der Iran die Straße von Hormus schließen könnte. In diesem Beitrag zeichnen wir die öffentlich zugänglichen Spuren dieser Analysen nach und zeigen, dass sie innerhalb des amerikanischen Militär-, Geheimdienst- und Politikapparats weithin verbreitet und bekannt war. Wo immer möglich, stützen wir uns auf Primärquellen und konzentrieren uns auf Vorkriegseinschätzungen, denn im Rückblick ist ein Scheitern leicht zu erkennen. Abschließend versuchen wir, den Mechanismus herauszuarbeiten, der dazu führte, dass diese Warnungen unbeachtet blieben.
Eine leere Drohung
Zunächst zum Casus Belli, auf den die Trump-Regierung ihren Konflikt mit dem Iran gestützt hat. Seit fast zwei Jahrzehnten gelangten die amerikanischen Geheimdienste wiederholt und öffentlich zu der Einschätzung, dass der Iran nicht aktiv an der Entwicklung einer Atomwaffe arbeitete. Darüber hinaus wiesen amerikanische Planer die Vorstellung stets zurück, Luftangriffe könnten den Iran langfristig daran hindern, eine Atomwaffe zu entwickeln.
2007 begann der NIC mit der Arbeit an einem neuen National Intelligence Estimate (NIE) zum Iran. Dies war die erste große Bewährungsprobe für die Reformen innerhalb der Geheimdienstgemeinschaft, die als Reaktion auf das katastrophale Versagen der Geheimdienste beim 2002 veröffentlichten NIE zum irakischen Massenvernichtungswaffenprogramm beschlossen worden waren. Die Reformen sahen strengere Standards für die geheimdienstliche Quellenarbeit, die Überprüfung von Erkenntnissen und die Präzision prognostischer Formulierungen vor. Nachdem ein erster Entwurf die bisherigen Einschätzungen bekräftigt hatte, wonach der Iran nach Atomwaffen strebe, begann der NIC auf Grundlage neuer Analysen noch einmal von vorn. Der schließlich Ende 2007 veröffentlichte Bericht stellte unmissverständlich fest, dass die Iraner ihre früheren Atomwaffenprogramme eingestellt hatten und nicht aktiv nach der Bombe strebten.
Der Iran-NIE von 2007 löste heftige politische Turbulenzen aus, [1] als Teile davon im Dezember freigegeben wurden. Die Bush-Regierung und Falken wie John Bolton wiesen seine Schlussfolgerungen offen zurück. [2] Bush erklärte, die US-Geheimdienstgemeinschaft habe ihre Fehler im Irak überkorrigiert. Bolton bezeichnete den Bericht als „eine Sünde durch Tun oder Unterlassen“. Dennoch verteidigten der NIC und führende Geheimdienstvertreter wie DIA-Direktor Ronald Burgess und der Director of National Intelligence (DNI) James Clapper den Bericht und bekräftigten diese Einschätzung noch 2012. Weder der NIC noch eine andere Geheimdienstbehörde veröffentlichten einen Bericht, der die Schlussfolgerungen des NIE von 2007 ersetzt oder korrigiert hätte.
Trotzdem prüften die militärische, politische und geheimdienstliche Führung Amerikas weiterhin ihre Möglichkeiten, um sicherzustellen, dass die Iraner ihre Haltung nicht änderten. Während Israel die Bedrohung öffentlich überzeichnete und mit dem Säbel rasselte, standen US-Militärs dem Nutzen eines amerikanischen Militäreinsatzes gegen den Iran durchweg skeptisch gegenüber. Als der Sanktionsdruck auf den Iran 2010 zunahm, sprach sich der Vorsitzende des Generalstabs der Streitkräfte der Vereinigten Staaten (CJCS) Mike Mullen öffentlich für Diplomatie als die – gegenüber militärischem Vorgehen – bessere Lösung aus. [3] Sein Nachfolger Martin Dempsey erklärte 2012 gegenüber Journalisten, [4] ein Militäreinsatz würde ein iranisches Atomprogramm wahrscheinlich nur verzögern; er wolle nicht „Komplize“ sein, sollten sich die Israelis für einen Angriff entscheiden. Er sagte voraus, dass die diplomatische Koalition, die Druck auf den Iran ausübte, durch eine verfrühte Militäroperation „aufgelöst“ werden könne. Der frühere CIA-Direktor Leon Panetta stimmte 2011 mit dem CJCS überein. Er warnte, der Iran baue nicht aktiv an einer Bombe, und Angriffe würden die Iraner lediglich „höchstens ein oder zwei Jahre“ zurückwerfen.
Diese Äußerungen standen allerdings im Einklang mit den diplomatischen Bemühungen und der Sanktionspolitik der Obama-Regierung und waren daher mit geringem beruflichem Risiko verbunden. Anders verhielt es sich während der ersten Trump-Regierung mit der Unterstützung des JCPOA durch Militär und Geheimdienste. Bei ihrem Versuch, dem Abkommen die Bestätigung zu entziehen, stieß die Regierung auf den erbitterten Widerstand ihrer Berater sowie des militärisch-geheimdienstlichen Apparats. Der Nationale Sicherheitsberater H. R. McMaster erklärte, die Iraner hielten sich an das Abkommen. Verteidigungsminister James Mattis und CJCS Joseph Dunford erklärten 2017 vor dem Kongress übereinstimmend, die Aufrechterhaltung des Abkommens liege im Sicherheitsinteresse der USA; ein Ausstieg werde „ungünstige Folgewirkungen“ für die amerikanische Diplomatie haben. [5]
Die Veröffentlichung des Worldwide Threat Assessment (WTA) von 2019, eines jährlich von der US-Geheimdienstgemeinschaft erstellten Berichts, ließ die politische Kontroverse um den Iran-NIE von 2007 wieder aufflammen. Im Einklang mit früheren Geheimdienstberichten kam die Einschätzung zu dem Schluss, dass der Iran – selbst acht Monate nach dem einseitigen Ausstieg der USA aus dem JCPOA – keine Atomwaffe entwickelte. Dies stand in direktem Widerspruch zu den öffentlichen Äußerungen der Trump-Regierung in diesem Zeitraum. Die politischen Folgen waren heftig: Trump bestellte seine Geheimdienstchefs zu einem Treffen ins Oval Office ein, und der WTA des folgenden Jahres wurde vollständig unter Verschluss gehalten, um eine weitere Kontroverse zu vermeiden.
Diese Einschätzung hatte bis zum Beginn des Krieges von 2026 Bestand. Jede jährliche Bedrohungsanalyse – die nach 2020 wieder teilweise freigegeben wurde – bekräftigte bis einschließlich 2023 die Schlussfolgerung des WTA von 2019. 2024 strich das Office of the Director of National Intelligence (ODNI) diese Folgerung bis zur „erneuten Überprüfung“, nahm sie jedoch 2025 unter Direktorin Tulsi Gabbard wieder auf. 2024 erklärte CIA-Direktor William Burns, der Geheimdienstgemeinschaft lägen keine Hinweise darauf vor, dass Chamenei seine Entscheidung gegen die Entwicklung von Atomwaffen revidiert habe; sollte er dies getan haben, hätten die amerikanischen Geheimdienste es rasch feststellen können. [6]
Die historische Bilanz ist vernichtend. Hochrangige amerikanische Geheimdienst- und Militärvertreter warnten vier aufeinanderfolgende Präsidenten immer wieder davor, dass der Iran keine Atomwaffen entwickle, dass Diplomatie der beste Weg sei, um sicherzustellen, dass es so bleibe, und dass eine militärische Option ein iranisches Atomwaffenprogramm bestenfalls um ein oder zwei Jahre verzögern könne. Diese Warnungen trugen dazu bei, einen Konflikt zu verhindern – aber nur bis Februar 2026.
Die Arithmetik des Abnutzungskrieges
Das Kernproblem eines freiwilligen Eintritts in einen langwierigen Abnutzungskrieg mit Raketen hatte bereits Mitte der 1980er Jahre Paul Nitze erkannt, ein Berater Ronald Reagans, der die Verhandlungen mit der Sowjetunion über den INF-Vertrag über nukleare Mittelstreckenwaffen leitete. Nitze befasste sich zwar mit der ballistischen Raketenabwehr des amerikanischen Territoriums im Falle eines Atomkriegs. Der Grundgedanke seiner Argumentation ließ sich jedoch auch auf ein Szenario übertragen, das er nie vorausgesehen hatte: einen nichtnuklearen Konflikt mit einer kleineren Regionalmacht, die über große Bestände konventioneller ballistischer Raketen und Drohnen verfügt. Nitze sagte:
Neue Verteidigungssysteme müssen auch marginal kosteneffizient sein – das heißt, zusätzliche Verteidigungskapazitäten müssen so kostengünstig hinzugefügt werden können, dass die Gegenseite keinen Anreiz hat, zusätzliche Offensivkapazitäten aufzubauen, um die Verteidigung zu überwinden. Wird dieses Kriterium nicht erfüllt, könnten die Verteidigungssysteme die Entwicklung zahlreicher Gegenmaßnahmen und zusätzlicher Offensivwaffen zur Überwindung der aufgestellten Verteidigungssysteme fördern, anstatt eine Verlagerung der Anstrengungen von der Offensive auf die Defensive zu bewirken. [7]
Später präzisierte er:
Das Verteidigungssystem muss seine Wirksamkeit gegen die Offensive zu geringeren Kosten aufrechterhalten können, als für die Entwicklung offensiver Gegenmaßnahmen und die Produktion der zur Überwindung des Systems erforderlichen ballistischen Raketen anfallen würden. [Das] lässt sich auf andere militärische Systeme übertragen.
Nitze glaubte, der amerikanische Rüstungssektor sei theoretisch dazu in der Lage, irgendwann Lösungen für die Abwehr ballistischer Raketen zu entwickeln, die „marginal kosteneffizient“ wären. Er irrte sich. Seine Vorhersage jedoch, dass ein Scheitern bei der Entwicklung solcher Systeme potenzielle Gegner zur Massenproduktion von „Offensivkapazitäten“ veranlassen würde, erwies sich allerdings als weitsichtig. Aufgrund der extremen Kosten und Komplexität bei der Produktion der wichtigsten amerikanischen Luft- und Raketenabwehrsysteme sowie der strategischen Planung des Iran gingen die USA 2026 mit gravierenden asymmetrischen Nachteilen gegenüber dem Iran in den Krieg.
Die wichtigsten Systeme, auf die sich die amerikanischen Planer in einem Konflikt mit dem Iran zu stützen gedachten, waren Terminal High Altitude Area Defense (THAAD) und Standard Missile 3 (SM-3). Ein einzelner Abfangflugkörper kostet dort bis zu 15 Millionen bzw. (beim Block IIA der SM-3) 37 Millionen Dollar. Die Kosten einiger Varianten der SM-3 haben sich in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt. Da die Herstellung iranischer Raketen im Durchschnitt rund ein bis zwei Millionen Dollar kostet, ist die Rechnung verheerend. [8] Bei beiden Systemen liegen Jahre zwischen Bestellung und Auslieferung. Berichte des Government Accountability Office wiesen schon seit 2011 darauf hin, dass die Produktionsziele für THAAD-Abfangflugkörper verfehlt wurden.
Im Januar 2025 bezifferte Vizeadmiral Brendan McLane, Kommandeur der Naval Surface Forces, den Verbrauch von Abfangflugkörpern der US Navy während der Operation Prosperity Guardian. Die Marine hatte 120 SM-2, 80 SM-6 und 20 Evolved Sea Sparrow Missiles und SM-3 eingesetzt. [9] Spätere Schätzungen gingen von zwölf verschossenen SM-3 aus. Zusammen mit den 80 SM-3, die später im Zwölftagekrieg eingesetzt wurden, hatte die US Navy damit innerhalb nur eines Jahres begrenzter militärischer Einsätze 20 Prozent aller jemals produzierten SM-3 verbraucht. Bei den übrigen Standard-Missile-Modellen war die Lage nach Angaben des US Naval Institute ebenso schlecht. 2025 sollten nur 125 Standard Missiles aller Typen beschafft werden. Die Marine würde also zwei Jahre benötigen, um allein die vor der Küste des Jemen verbrauchten Bestände zu ersetzen. [10]
Das Center for Strategic and International Studies (CSIS) warnte daraufhin 2025 vor den Gefahren dieses Verbrauchstempos. Das CSIS ist ausdrücklich überparteilich und einer der bedeutendsten verteidigungspolitischen Thinktanks des Landes. Sein Präsident ist der frühere CJCS Joseph F. Dunford, bereits weiter oben in diesem Beitrag erwähnt. In seiner Warnung „The Depleting Missile Defense Interceptor Inventory“ schätzte das CSIS die Gesamtbestände beider Systeme auf jeweils nur einige Hundert oder weniger; zwischen 2023 und Ende 2025 sei überhaupt kein THAAD-Abfangflugkörper ausgeliefert worden. Die Studie empfahl, die Produktion beider Systeme unverzüglich hochzufahren, räumte jedoch ein, dass dies auf erhebliche rüstungsindustrielle Hindernisse stoßen würde.
Admiral James Kilby, kommissarischer Chief of Naval Operations, räumte das Ausmaß des Problems im April 2025 ein. Auf die Frage, ob die Marine über genügend Abfangflugkörper verfüge, antwortete er knapp: „Ich denke, wir brauchen mehr Munition.“ [11] Im Sommer 2025 erklärte er vor dem Kongress:
Die aktuelle Abhängigkeit der Marine von kostspieligen Abfangflugkörpern wie SM-6 und SM-3 ist bei Operationen mit hoher Einsatzintensität nicht durchzuhalten. Wir müssen auf kostengünstigere Alternativen umsteigen und zugleich die teuren Abwehrsysteme für strategische Waffen aufsparen – andernfalls laufen wir Gefahr, dass sie uns ausgehen, wenn wir sie am dringendsten brauchen. [12]
Da es den leistungsfähigsten amerikanischen Luftabwehrsystemen an Munition mangelte, musste Patriot die Lücke schließen. Wir haben uns bereits ausführlich mit dem Versagen von Patriot in der Ukraine beschäftigt; und es besteht kein Zweifel daran, dass dem Pentagon die Schwächen des Systems bekannt waren. Das PAC-3-Programm wurde im Vergleich zu den Produktionsraten von SM-3 und THAAD häufig als Lichtblick dargestellt. Neuere Angaben haben jedoch einen erschreckend hohen Verbrauch offenbart: In nur 38 Tagen verschossen die USA mehr als die Hälfte ihres Bestands vor dem Krieg.
Im Bewusstsein um die Tragweite der Lage warnte CJCS Dan Caine Präsident Trump unmittelbar vor Kriegsbeginn persönlich, ein Konflikt mit dem Iran werde die Bestände wichtiger Munitionsarten, darunter Abfangflugkörper für die Luft- und Raketenabwehr, drastisch dezimieren. [13] Die Warnung wurde ignoriert.
Die Iraner hatten das Problem der Luftverteidigung mit einer völlig anderen Strategie gelöst: unterirdischen Befestigungsanlagen. Der amerikanische Verteidigungs- und Geheimdienstapparat schlug seit Jahrzehnten Alarm, diese „passive Verteidigung“ seien nicht zu überwinden. „Deeply Buried Targets“, ein 2001 freigegebener Bericht des Verteidigungsministeriums an den Kongress, warnte:
Weder für die Herausforderung durch HDBT [Hardened Deeply Buried Targets – gehärtete, tief unterirdische Ziele] noch für die Ausschaltung von Massenvernichtungswaffen gibt es einfache Antworten und schon gar keine „Wunderwaffen“. […] Selbst mit der gegenwärtigen Strategie und den laufenden Beschaffungsinitiativen werden die Vereinigten Staaten weiterhin nicht dazu in der Lage sein, alle bekannten oder vermuteten HDBT mit Zerstörung zu bedrohen, insbesondere tief unterirdische Anlagen. […] Die Ausschaltung der meisten dieser Anlagen mit konventionellen Mitteln – im traditionellen Sinne physischer Zerstörung – ist unmöglich. […] Der Golfkrieg und die Konflikte auf dem Balkan haben gezeigt, dass der Schutz von Anlagen durch Härtung, Tarnung und Verteidigungsmaßnahmen immer noch eine wirksame Antwort auf die technologischen Vorteile ist, über die die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten bei Aufklärung und Bewaffnung verfügen. [14]
Die Schlussfolgerungen dieses Berichts wurden in der späteren militärischen Fachliteratur wiederholt und weiter ausgeführt. Colonel Russell Hart von der US Air Force beklagte in einem 2012 am Air War College veröffentlichten Bericht, dass sich die Lage in den elf Jahren seit der Veröffentlichung von „Deeply Buried Targets“ nicht nur nicht verbessert habe. Das strategische Ungleichgewicht habe sich vielmehr verschärft:
Obwohl die USA seit 1999 erhebliche Investitionen getätigt haben, um gehärtete und tief unterirdische Ziele ausschalten zu können, zeigen neuere Studien, dass die Fähigkeit des US-Militärs, diese und andere unterirdische Anlagen wirksam zu bedrohen, deutlich abnimmt. Defizite bestehen nicht nur bei den amerikanischen Waffensystemen zur Zerstörung solcher Ziele, sondern auch bei den geheimdienstlichen Fähigkeiten, sie zuverlässig zu lokalisieren und ihre Beschaffenheit zu bestimmen. [15]
Die Iraner machten rasche Fortschritte dabei, ihre wichtigsten militärischen Anlagen unter die Erde zu verlegen. Die Defense Intelligence Agency (DIA) war sich vollkommen darüber im Klaren, dass der Iran eine komplexe und robuste Verteidigungsdoktrin entwickelt hatte, die von Grund auf darauf ausgelegt war, ihm insbesondere in einem Krieg gegen die Vereinigten Staaten einen Vorteil zu verschaffen. In ihrer Einschätzung der iranischen Militärmacht schrieb sie 2019:
Täuschung und Verschleierung (Denial and Deception, D&D) sind zentraler Bestandteil der iranischen Militärdoktrin. Der Iran setzt D&D-Techniken umfassend ein, um die Verwundbarkeit seiner Streitkräfte zu verringern und ihre Überlebensfähigkeit zu erhöhen. Um diese Techniken im gesamten Militär anzuwenden, hat Teheran eine Doktrin entwickelt, die es als „passive Verteidigung“ bezeichnet. Sie beruht auf Lehren aus früheren militärischen Konflikten, darunter den amerikanischen Operationen im Nahen Osten und dem Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah 2006. Zu den wichtigsten Maßnahmen der iranischen passiven Verteidigung gehören Tarnung und Verschleierung, die Verteilung von Streitkräften, unterirdische Anlagen und hochmobile Einheiten. So werden etwa manche iranischen Militärfahrzeuge so gestaltet, dass sie zivilen Lastwagen ähneln. […] Der Iran verfügt über das umfangreichste Programm für unterirdische Anlagen (UGF) im Nahen Osten. Ausgehend von den Grundpfeilern seiner Doktrin der passiven Verteidigung hat Teheran massiv in den Bau unterirdischer Anlagen investiert, um wichtige militärische und zivile Infrastruktur im ganzen Land zu verbergen und zu schützen. Der Iran hat diese Anlagen konzipiert und errichtet, um verschiedene Bereiche seiner Rüstungsindustrie, wichtige nukleare Infrastruktur und seine Streitkräfte zu unterstützen, darunter Marinestützpunkte, Raketenbasen und Materiallager. [16]
Über die amerikanischen Engpässe bei Abstandswaffen ließe sich noch mehr sagen, es ist aber für die Argumentation nicht erforderlich. Das US-Militär wusste im Februar 2026, dass ihm die Munition für die Luftverteidigung fehlte, um militärische Einrichtungen und Infrastruktur in der Region zu schützen. Und es wusste, dass es nicht in der Lage dazu sein würde, die unterirdischen Anlagen des Iran ernsthaft zu bedrohen. Schon diese beiden Tatsachen verringerten die Erfolgsaussichten des Konflikts drastisch.
Eine Laune der Geografie
Nachdem die Iraner Schritte unternommen hatten, um den Verkehr durch die Straße von Hormus zum Erliegen zu bringen, verbreitete sich die Auffassung, die amerikanischen Militärplaner hätten diese Möglichkeit nicht vorausgesehen. Das ist falsch. 2007 wurde Admiral William Fallon während seiner Anhörung zur Bestätigung als CENTCOM-Kommandeur direkt gefragt, ob er glaube, dass der Iran die Straße von Hormus schließen könne. Er lehnte es zunächst ab, die Frage öffentlich zu beantworten. Seine Antwort wurde jedoch später in den Protokollen des Kongresses veröffentlicht:
Die iranische Strategie beruht zum Teil auf der Fähigkeit des Landes, die Straße von Hormus zu kontrollieren und/oder zu schließen. Darüber hinaus verfügt der Iran über die Fähigkeit, die Seeverbindungswege im gesamten Persischen Golf zu unterbrechen und gezielt die Offshore-Infrastruktur eines oder mehrerer Golfstaaten sowie Handelsrouten und Ankerplätze in der gesamten Region anzugreifen. Der Iran verfügt über große Bestände an Seeminen, wachsende Küstenverteidigungskräfte mit einer Mischung aus in China hergestellten Abschussvorrichtungen für Seezielflugkörper, eine große Zahl schneller Angriffsboote mit Torpedos und Seezielflugkörpern und mindestens 3.000 kleinere Patrouillenboote, die mit einer Mischung aus schweren Maschinengewehren, Werfern für raketengetriebene Granaten, schultergestützten Flugabwehrraketen und Panzerabwehrlenkwaffen ausgerüstet sind. Die iranische Führung ist sich wahrscheinlich darüber im Klaren, dass ihre Seestreitkräfte eine konventionelle direkte Auseinandersetzung mit den US-Seestreitkräften nicht gewinnen können. Sie hat daher eine Strategie entwickelt, die ihren geografischen Vorteil nutzt und auf einer gestaffelten Verteidigung beruht: Wellen nahezu gleichzeitiger Angriffe auf maritime Ziele sollen deren Abwehr überwältigen. Angesichts der gegenwärtigen Fähigkeiten seiner Seestreitkräfte könnte der Iran versuchen, die Straße von Hormus vorübergehend für kurze Zeit zu schließen, hauptsächlich durch den Einsatz von Seeminen und Küstenverteidigungskräften. […] Sollten sich unsere Beziehungen zum Iran bis hin zu offenen Feindseligkeiten verschlechtern, sind wir dazu in der Lage, die militärische Bedrohung für amerikanische Marineschiffe zu neutralisieren und die Durchfahrt durch die Meerenge für den kommerziellen Schiffsverkehr offenzuhalten. [17]
Fallons Optimismus wurde nicht von allen geteilt. 2009 veröffentlichte das Office of Naval Intelligence (ONI) den Bericht „Iran’s Naval Forces“. Darin legte es detailliert dar, dass der Iran in der Lage ist, den Verkehr durch die Meerenge abzuwürgen – und dies auch tun würde, sollte sich seine Führung ernsthaft bedroht fühlen. Das ONI prognostizierte für diesen Fall „schwerwiegende wirtschaftliche Folgen“ weltweit. Jonathan Schroden vom Center for Naval Analyses kam 2011 in einer Studie zu dem Schluss, dass die Iraner die Meerenge nicht unbedingt vollständig schließen müssten, um der US-Wirtschaft Schaden zuzufügen. [18] Er warnte die Planer, der Iran könne aus einem Konflikt um Hormus politisch und strategisch gestärkt hervorgehen, selbst wenn die Meerenge mit militärischer Gewalt wieder geöffnet würde. Er warnte:
Strategen müssen durchdenken, wie ein „Scheitern“ der USA und ihrer Koalitionspartner infolge eines Konflikts um die Schließung der Meerenge aussehen könnte (und wie umgekehrt ein „Erfolg“ für den Iran aussehen könnte) und wie sich solche Szenarien verhindern lassen. Einfach davon auszugehen, dass militärisches Handeln als Reaktion erforderlich ist oder dass taktische und operative Erfolge sich in strategische Erfolge übersetzen werden, eröffnet dem Iran die Möglichkeit, eine drohende Niederlage in einen strategischen Sieg umzuwandeln.
Im Worldwide Threat Assessment (WTA) des Office des ODNI von 2012 hieß es, der Iran verfüge wahrscheinlich über die Fähigkeit, die Meerenge zu schließen. CJCS Dempsey erklärte 2012 vor dem Kongress: „Die einfache Antwort lautet: Ja, sie können sie blockieren.“ [19] Das ONI kam 2017 zum Schluss, der Iran sei „gut aufgestellt“, um seine Position an der Straße von Hormus als Druckmittel einzusetzen. Und im bereits erwähnten WTA von 2019 hieß es: „Der Iran entwickelt und verbessert weiterhin eine Reihe militärischer Mittel, die es ihm ermöglichen, militärische Ziele der USA und ihrer Verbündeten in der Region anzugreifen und den Verkehr durch die Straße von Hormus zu stören.“ [20]
Dass der Iran als Reaktion auf einen Angriff gegen die Ölinfrastruktur am Golf zurückschlagen könnte, war ebenfalls vorausgesehen worden – sowohl vom Congressional Research Service als auch von der DIA. Der Angriff von Ansar Allah auf die saudische Ölinfrastruktur in Abqaiq im Jahr 2019 schuf einen eindeutigen Präzedenzfall dafür, dass die amerikanische Luftabwehr Schwierigkeiten haben könnte, wirtschaftlich entscheidende Anlagen zu schützen: Sie hatte den Angriff nicht abfangen können. Kurz darauf erklärte Dunford vor dem Kongress, kein einzelnes System könne gegen eine solche Bedrohung schützen; ein gestaffeltes System könne sie jedoch „abmildern“. Der CRS stellte fest: „Der Iran und/oder seine Verbündeten verfügen über die Fähigkeit, den Verbündeten der USA sowie den regionalen und globalen wirtschaftlichen und strategischen Interessen der Vereinigten Staaten erheblichen Schaden zuzufügen.“
Debasifikation
Wenn die amerikanischen Planer schon wussten, dass sie die Ölinfrastruktur am Golf nicht schützen konnten, so war ihnen noch deutlicher bewusst – und bereitete ihnen weitaus größere Sorgen –, dass sie ihre eigenen Stützpunkte in der Region nicht verteidigen konnten. Der US Air Force war dieses Problem seit Jahrzehnten bekannt. 1997 gab sie bei RAND eine Studie in Auftrag, die die Verwundbarkeit amerikanischer Luftwaffenstützpunkte gegenüber Angriffen mit Marschflugkörpern und ballistischen Raketen untersuchte. [21] RAND entwarf darin das Szenario eines hypothetischen Krieges mit dem Iran im Jahr 2007. Obwohl sich das iranische Programm für ballistische Raketen zur Zeit der Abfassung noch relativ in den Kinderschuhen steckte, behandelte die Studie iranische Raketen ausdrücklich als erhebliche Bedrohung für amerikanische militärische Mittel in der Region. Sie ging davon aus, dass der Iran amerikanische Stützpunkte wiederholt und in großem Umfang mit Raketen und unbemannten Luftfahrzeugen angreifen würde. RAND prognostizierte die künftige Entwicklung der iranischen Raketentechnologie und errechnete, dass der Iran mit einer „überraschend kleinen“ Zahl von Marschflugkörpern und ballistischen Raketen mit Submunitionsgefechtsköpfen massive Verluste an Flugzeugen und Personal verursachen könnte. Luftabwehrradare und Feuerleitsysteme der Luftabwehr würden gezielt angegriffen; ortsfeste Ziele könnten mithilfe kommerziell verfügbarer Satellitenbilder und durch Informationen aus der iranfreundlichen örtlichen Bevölkerung lokalisiert werden. Ohne ernsthafte Maßnahmen zur Eindämmung dieser Bedrohung wäre die US Air Force gezwungen, „Stützpunkte innerhalb der Reichweite feindlicher Raketen aufzugeben“. Dies betraf sämtliche Stützpunkte am Südrand des Persischen Golfs und die meisten in Saudi-Arabien.
Der RAND-Bericht skizzierte mögliche Lösungen für dieses Problem, wies jedoch ausdrücklich darauf hin, dass keine davon ein Allheilmittel sei und die meisten mit erheblichen Nachteilen verbunden wären. Gehärtete Flugzeugschutzbauten wären unerschwinglich teuer und könnten unmöglich sämtliche Ausrüstung aufnehmen, die für den Betrieb eines Luftwaffenstützpunkts erforderlich ist. Eine Verteilung der Flugzeuge über die Vorfelder würde die Zahl möglicher Einsätze begrenzen. Dasselbe gelte für einen ausschließlichen Betrieb von Stützpunkten außerhalb der Reichweite ballistischer Raketen – nach der RAND-Prognose 600 Meilen von der iranischen Küste entfernt.
Die US Air Force zog daraus ihre Lehren und entwickelte die Doktrin des Agile Combat Employment (ACE). Sie ging davon aus, dass „Luftwaffenstützpunkte unabhängig von ihrem Standort nicht länger als vor Angriffen geschützte Rückzugsräume betrachtet werden können“, und legte Verfahren fest, um militärische Mittel auf eine größere Zahl kleinerer Luftwaffenstützpunkte zu verteilen und Flugzeuge hochmobil zu halten, sodass sie Raketen- und Drohnenangriffen ausweichen konnten. [22] Die Planer der US Air Force erkannten jedoch, dass diese Strategie allein nicht ausreichen würde, um hohe Verluste zu vermeiden und die Einsatzfrequenz aufrechtzuerhalten. Sie empfahlen daher dieselben „aktiven und passiven Verteidigungsmaßnahmen“, die RAND bereits 1999 vorgeschlagen hatte. Das Kernproblem blieb bestehen: große, wertvolle und ortsfeste Ziele. General James Slife von der US Air Force formulierte es 2024 so: „Wenn man an Start- und Landebahnen gebunden ist, gibt es nur eine begrenzte Zahl von […] Zielpunkten, die die gegnerischen Raketenstreitkräfte ins Visier nehmen müssen.“ [23]
Amerikanische Strategen waren sich darüber im Klaren, dass die US-Streitkräfte in der Region überdehnt waren. 2022 schlug CENTCOM-Kommandeur General Frank McKenzie der Biden-Regierung vor, Pläne für eine Verlegung von Stützpunkten der US Air Force nach Israel und Ägypten für den Fall eines Krieges mit dem Iran auszuarbeiten. Der Vorschlag wurde jedoch abgelehnt. [24] Als der Irankrieg im Juli bereits in vollem Gange war, sagte McKenzie in einem Webinar des JINSA: „Niemand, der bei klarem Verstand ist, würde das vorgeschobene Hauptquartier von CENTCOM, Sie wissen schon, 100 Meilen vom Iran entfernt [in Katar] stationieren. Und doch befindet es sich genau dort.“ In einem Gastbeitrag aus dem Jahr 2024 hatte McKenzie das Problem unmissverständlich dargelegt: „In einem umfassenden Krieg mit dem Iran würden diese bestehenden Stützpunkte durch anhaltende iranische Angriffe unbrauchbar gemacht. Die Iraner erkennen das und haben unter anderem deshalb eine große und sehr schlagkräftige Raketen- und Drohnenstreitmacht aufgebaut, um diese Lage auszunutzen.“ [25]
Die Warnungen von RAND und McKenzie wurden ernst genommen. In der Zeit unmittelbar vor Kriegsbeginn unternahmen die Planer im Pentagon den beispiellosen Schritt, Stützpunkte in der Region zu evakuieren und Tausende Soldaten und andere Angehörige entweder in Hotels oder vollständig aus der Region zu verlegen. [26] Die Luftstreitkräfte operieren nun von weiter entfernten Stützpunkten in Jordanien und Israel aus. Die von RAND vorgesehenen gestaffelten aktiven und passiven Verteidigungsmaßnahmen wurden nur teilweise verwirklicht; und die aufgegebenen amerikanischen Stützpunkte haben schwere Verluste erlitten.
Auch wenn die Evakuierung der Stützpunkte viele Beobachter überrascht haben mag, war sie das Ergebnis jahrzehntelanger strategischer Überlegungen. Die amerikanischen Planer wussten, dass diese Stützpunkte nicht zu verteidigen waren und ihnen keine andere Wahl blieb, als die politischen und operativen Folgen ihrer Aufgabe hinzunehmen.
Die Grenzen der Luftmacht
Die Aufgabe der Stützpunkte würde die Möglichkeiten der US-Luftstreitkräfte beeinträchtigen, eine dauerhafte Luftüberlegenheit und eine hohe Einsatzfrequenz bei Luftangriffen auf den Iran zu erreichen. Angesichts der enormen Größe des Iran und der Vielzahl verstreuter Ziele wäre eine anhaltende Luftüberlegenheit jedoch unerlässlich: sowohl um in einem länger dauernden Feldzug Ziele aufzuspüren und anzugreifen als auch um den Einsatz billiger und in großer Zahl verfügbarer Gleitbomben anstelle teurer und knapper Langstrecken-Marschflugkörper zu ermöglichen. Die amerikanischen Planer hatten wenig Grund zu der Annahme, dass sie über dem gesamten Iran eine dauerhafte Luftüberlegenheit erringen könnten.
Rückblickende Untersuchungen der Operation Allied Force, des NATO-Bombenkriegs gegen Serbien von 1999, beurteilten begrenzte Luftoperationen skeptisch. In einem Bericht räumte Admiral James Ellis ein, dass es den NATO-Streitkräften trotz 38.000 Kampfeinsätzen nie gelungen sei, das serbische Luftabwehrnetz vollständig auszuschalten. [27] Die Flugzeuge operierten oberhalb von 15.000 Fuß, um das Risiko von Abschüssen zu verringern. RAND stellte fest, dass die Serben ihre Flugabwehrraketensysteme (SAM) weiträumig verteilt hielten und ihre Radargeräte jeweils nur kurz einschalteten. Die Versuche der NATO, diese Systeme und andere serbische Bodenziele aufzuspüren, seien „weitgehend erfolglos“ geblieben. [28] Eine ursprünglich auf 72 Stunden angelegte Operation weitete sich dadurch auf 79 Tage aus.
Selbst der Golfkrieg von 1991, häufig als Paradebeispiel für die Stärke der Luftmacht angeführt, war kein uneingeschränkter Erfolg. In einer kritischen Untersuchung von 1994 über „Air Power in the Gulf War“ stellte RAND fest, dass es bei Desert Storm im Bereich der Luftkriegführung mehrere „schwere Enttäuschungen“ gegeben habe, darunter das Scheitern bei dem Versuch, „mobile SCUD-Abschussvorrichtungen aufzuspüren und zu zerstören“.
Die ACE-Doktrin der US Air Force räumte ein, dass sich das Kräfteverhältnis verschoben hatte, beschränkte diese Feststellung allerdings auf „Konflikte mit ebenbürtigen Gegnern“:
In künftigen Konflikten mit ebenbürtigen Gegnern sollten die USA nicht damit rechnen, die Luftüberlegenheit zu erreichen, über die sie bei den jüngsten Operationen geringer Intensität verfügten. Vielmehr ist damit zu rechnen, dass in jedem Operationsraum um die Vorherrschaft gerungen wird und das Maß an Überlegenheit Schwankungen unterliegt.
Doch selbst bei Luftüberlegenheit, wusste das Pentagon, würde Luftmacht allein den Iran wahrscheinlich nicht zur Kapitulation zwingen. Diese Frage war in den vorangegangenen zwei Jahrzehnten eingehend untersucht worden. Colonel Lawrence Wilkerson äußerte sich 2007 bei einer Anhörung des Kongresses über die Aussichten eines Krieges mit dem Iran skeptisch über die Möglichkeiten der Luftmacht: „Die umfassenderen Angriffe würden – so verheerend sie auch wären – eine Nation mit mehr als 70 Millionen Einwohnern zusammenschweißen […] Einigende Momente wären der Nationalismus und ein tief sitzender Hass auf Amerika.“ [29] Bei derselben Anhörung erklärte der pensionierte Colonel der US Air Force Samuel Gardiner:
Über die Einheiten der Revolutionsgarden wird in diesem Zusammenhang kaum gesprochen, doch sie sind auf einen Luftangriff vorbereitet. Sie sind stark verbunkert und durch Schutzwälle umfassend gesichert. Es wäre sehr schwierig, ihnen schwere Verluste zuzufügen.
Kontrollierte Experimente
Selbst wenn die amerikanischen Militär- und Geheimdienststrategen die oben beschriebenen Fehlschläge nicht vorausgesehen hätten, verfügten sie über einen außerordentlichen Vorteil bei der Einschätzung, wie der Irankrieg von 2026 verlaufen würde: Eine Reihe von fünf begrenzten Militäroperationen hatte jeden dieser Fehlschläge bereits vor dem großen Konflikt selbst vorgeführt. Dabei handelte es sich um Prosperity Guardian (Dezember 2023), Poseidon Archer (Januar 2024), Days of Repentance (Oktober 2024), Rough Rider (März 2025) und Rising Lion (Juni 2025).
Prosperity Guardian zeigte, dass selbst eine relativ ressourcenarme und militärisch schwache Streitmacht mit Abstandswaffen eine entscheidende maritime Engstelle sperren konnte, ohne dass amerikanische Seestreitkräfte es verhindern konnten. Poseidon Archer und Rough Rider bewiesen, dass eine begrenzte Luftoperation daran scheitern konnte, den Einsatz dieser Abstandswaffen zu unterbinden. Obwohl diese drei Operationen Milliarden kosteten, gelang es ihnen nicht, das Vertrauen der Handelsschifffahrt in die Route durch das Rote Meer wiederherzustellen. Anfang 2026 lag der Schiffsverkehr dort noch immer 60 Prozent unter dem Niveau vor 2023. [30] Eine im Juni 2025 von West Point veröffentlichte Bilanz der Krise im Roten Meer beschrieb unverblümt das Scheitern sämtlicher Optionen, die zwei aufeinanderfolgenden Präsidialregierungen zur Verfügung gestanden hatten:
Dies war das Spektrum an Optionen, das der Biden-Regierung im November 2023 zur Verfügung stand, und es war im Wesentlichen dasselbe, über das die Trump-Regierung im März 2025 verfügte. In den vergangenen anderthalb Jahren haben die Vereinigten Staaten nahezu all diese Optionen entweder ausprobiert oder mit ihnen gedroht – mit geringem Erfolg. [31] Die Lehre für einen möglichen Krieg mit dem Iran lag auf der Hand. Wenn die USA dies im Jemen nicht vermochten, würden sie auch nicht in der Lage sein, iranische Drohnen- und Raketenstarts am Persischen Golf zu unterbinden oder die Straße von Hormus wieder zu öffnen.
Die beiden großen israelischen Luftoperationen gegen den Iran 2024 und 2025, Days of Repentance bzw. Rising Lion, zeigten, dass selbst massive Luftangriffe auf den Iran dessen Fähigkeit zum Einsatz von Raketen und Drohnen nicht entscheidend beeinträchtigen würden. Videoaufnahmen von Dutzenden iranischen Raketen, die Ziele in Israel trafen, belegten, dass die Iraner das amerikanisch-israelische Raketenabwehrsystem auch über große Entfernungen zu durchdringen vermochten. Auch die zwei Jahrzehnte zuvor gewonnenen Erkenntnisse der US Air Force über die Unmöglichkeit, tief unterirdische Ziele zu zerstören, behielten ihre Gültigkeit. Nach und nach kamen Hinweise darauf ans Licht, dass die in den letzten Tagen des Zwölftagekriegs von den USA angegriffene Anlage in Fordow keineswegs „ausgelöscht“ worden war, wie die Trump-Regierung behauptete. Nach Angaben der DIA waren die dortigen Zentrifugen „weitgehend intakt“. [32]
Auch das israelische Narrativ, man könne sich im iranischen Luftraum frei bewegen, wurde später infrage gestellt, als bekannt wurde, dass es sich bei vielen der angeblichen Luftangriffe tatsächlich um Drohnenangriffe und vom Boden aus gestartete Raketen gehandelt hatte, die aus dem Iran selbst heraus eingesetzt worden waren. [33] In jeder Phase des gegen sie geführten Konflikts haben die Iraner unter Beweis gestellt, dass sie zu Gegenschlägen in der Lage sind. Damit verbietet sich die Annahme, Luftangriffe könnten sie am Einsatz ballistischer Raketen und Drohnen hindern.
Regimewechsel
Vor dem Irankrieg von 2026 waren zwischen 1999 und 2022 fünf aufeinanderfolgende Massenprotestbewegungen daran gescheitert, die iranische Regierung zu stürzen – trotz starker westlicher Unterstützung. 2009 gab die US Air Force bei RAND den Bericht „Dangerous But Not Omnipotent“ über die politische und militärische Macht des Iran in Auftrag. Der Bericht kam zu dem Schluss, dass amerikanische Entscheidungsträger einen direkten Konflikt mit dem Iran vermeiden sollten, da ein solcher Konflikt wohl keinen Regimewechsel herbeiführen würde. [34] RAND sagte, selbst der Versuch, Eindämmungsstrategien nach dem Vorbild des Kalten Krieges anzuwenden, würde „Möglichkeiten schaffen, die Teheran ausnutzen könnte“. Das „Überleben des Regimes“ sei eine wesentliche Triebkraft des iranischen Handelns.
2019 legte die DIA dar, wie sich der iranische Staat gezielt umstrukturiert hatte, um inneren Bedrohungen standzuhalten, und bezeichnete die Gegner des Staates als unorganisiert: „Die politischen und ethnischen Oppositionsgruppen im Iran sind weitgehend lokal begrenzt und uneinig und stellen daher nur eine geringe Bedrohung für das Regime dar.“ In den Wochen vor dem Krieg erkannten die amerikanischen Planer, dass auch die jüngste Protestwelle gescheitert war. Der CRS stellte fest, dass „selbst sogenannte Gemäßigte das Vorgehen gegen das unterstützt haben, was das Regime als von den USA und Israel unterstützte Verschwörung bezeichnet“, und dass es keine „weitverbreiteten Überläufe innerhalb des iranischen Militärs, der Sicherheitskräfte oder der politischen Elite“ gegeben habe. [35]
Die Doktrinschrift „Strategic Attack“ der US Air Force beschrieb die Grenzen von Enthauptungsschlägen:
Ein Angriff auf die Führung ist eine spezifische Form der Abnutzung, bei der die gegnerische Führung durch direkte Angriffe ausgeschaltet wird, sofern deren Mitglieder rechtmäßige Ziele darstellen. […] Angriffe auf die Führung sind am wirksamsten, wenn der Gegner von einer einzelnen charismatischen und autoritären Persönlichkeit geführt wird, die nicht ohne Weiteres ersetzt werden kann. Sie sind auch gegen Organisationen mit starren, hierarchischen Führungsstrukturen wirksam, da US-Streitkräfte diese Führungspersonen und ihre Nachfolger identifizieren, lokalisieren und ausschalten können. […] In der Praxis haben die US-Streitkräfte aus Gründen der gegenseitigen Rücksichtnahme zwischen Staaten häufig von Angriffen auf die nationale Führung eines gegnerischen Staates abgesehen. [36]
Die amerikanischen Planer wussten, dass der Iran mit seinen komplexen, parallelen politischen, religiösen und militärischen Strukturen ein ungeeignetes Ziel für einen Angriff auf die Führung war. Der NIC teilte dies der Trump-Regierung Mitte Februar mit, nur wenige Wochen vor Kriegsbeginn. Für den Fall einer Ermordung Khameneis habe die militärische und politische Struktur des Iran „vorab festgelegte Protokolle“ vorbereitet, hieß es in dem Bericht. Es sei „unwahrscheinlich“, dass selbst eine groß angelegte und langwierige Militäroperation einen Regimewechsel herbeiführen würde, „selbst wenn die gegenwärtige Führung getötet würde“. [37]
Der NIC sollte in jeder Hinsicht recht behalten. Die Massenproteste scheiterten wie schon zuvor; und die iranische Machtstruktur passte sich rasch an die amerikanisch-israelische Attentatskampagne an.
Einschätzung gegen Einschätzung
Angesichts der eindeutigen historischen Belege dafür, dass diese Fehlschläge von amerikanischer Seite vorausgesehen worden waren, stellt sich die Frage, warum die Warnungen weitgehend ignoriert wurden. Wenn das Pentagon und die Geheimdienstgemeinschaft wussten, wie düster die Erfolgsaussichten im Iran waren, wenn ihre Einschätzungen die Debasifikation, Munitionsengpässe, die Schließung der Straße von Hormus, die Überlegenheit der Diplomatie, die Schwierigkeiten beim Erringen der Luftüberlegenheit und die geringe Aussicht auf einen Regimewechsel vorwegnahmen – wie konnten sie sich dann auf einen Krieg einlassen, der nach allen verfügbaren Erkenntnissen nicht zu gewinnen war? Die Antwort auf diese Frage findet sich in einer Reihe von Informationen, die kurz nach Kriegsbeginn an die New York Times durchsickerten.
Im Vorfeld des Krieges stand jeder Einschätzung des Pentagons und des US-Geheimdienstapparats eine gegenteilige Einschätzung israelischer Planer gegenüber, die der Trump-Regierung unmittelbar vorgelegt wurde. Mossad-Chef David Barnea reiste Mitte Januar nach Washington und präsentierte einen umfassenden Plan, die iranische Führung zu ermorden und Massenproteste anzufachen, um einen Regimewechsel herbeizuführen. [38] Die Israelis legten zudem einen flankierenden Plan für einen Einmarsch in den Iran mit kurdischen Stellvertreterkräften vor. Amerikanische Strategen waren jedoch bereits zu dem Schluss gekommen, dass die Kurden zu weit verstreut und zu schlecht organisiert seien, um für diesen Zweck eingesetzt zu werden, und dass ein solcher Einsatz die Beziehungen zur Türkei belasten würde. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu setzte sich bei der Trump-Regierung nachdrücklich dafür ein, sie von der Durchführbarkeit des Plans zu überzeugen. Während dieses gesamten Prozesses versuchten amerikanische Militär- und Geheimdienstvertreter mit Nachdruck, die Regierung davon zu überzeugen, dass der Plan scheitern würde. Sie konnten sich jedoch nicht durchsetzen.
Am 11. Februar hielt Trump im Situation Room eine Besprechung mit Rubio, Hegseth, General Caine, CIA-Direktor John Ratcliffe, Steve Witkoff, Jared Kushner und Netanjahu ab. [39] Barnea und weitere Vertreter Israels waren per Videoschaltung zugeschaltet. Die Sitzung dauerte mehr als eine Stunde, und die Israelis trugen ein letztes Mal ihre Argumente für den Krieg vor. Sie erklärten, das iranische Programm für ballistische Raketen könne innerhalb weniger Wochen zerstört werden; der Iran werde zu schwach sein, um die Straße von Hormus zu blockieren; Luftangriffe würden die iranische Bevölkerung dazu bewegen, sich gegen die Regierung zu erheben; kurdische Kräfte würden die iranische Armee im Westen des Iran binden; und der im Exil lebende Kronprinz Reza Pahlavi werde bereitstehen, um im geeigneten Moment die Macht zu übernehmen. Nach Netanjahus Präsentation antwortete Präsident Trump: „Klingt gut für mich.“ Als andere Anwesende mögliche Risiken ansprachen, entgegnete Netanjahu, Untätigkeit sei ein größeres Risiko als Handeln.
Der amerikanische Militär- und Geheimdienstapparat bemühte sich daraufhin fieberhaft um eine Widerlegung des israelischen Plans und legte am folgenden Tag bei einer ausschließlich amerikanischen Besprechung eine umfassende Gegenanalyse vor. Die Teilnehmer waren sich einig, dass sie Chamenei töten und die Möglichkeiten des Iran zur Machtprojektion schwächen könnten. Die Vorstellung jedoch, einen Volksaufstand auszulösen und einen Regimewechsel herbeizuführen, sei „von der Realität losgelöst“.
Als Trump zu der Besprechung hinzukam, unterrichtete Ratcliffe ihn über die Einschätzung. Der CIA-Direktor fasste die Szenarien des israelischen Ministerpräsidenten für einen Regimewechsel in einem Wort zusammen: „Farce.“
Trump fragte Caine direkt nach seiner Einschätzung:
„Sir, meiner Erfahrung nach ist das bei den Israelis übliches Vorgehen. Sie verkaufen ihre Pläne über Wert, und diese sind nicht immer vollständig ausgearbeitet. Sie wissen, dass sie uns brauchen, und deshalb versuchen sie so nachdrücklich, sie uns zu verkaufen.“
Caine warnte Trump ausdrücklich, dass der Iran die Straße von Hormus wahrscheinlich schließen werde und die US-Streitkräfte in der Region Schwierigkeiten haben würden, sie wieder zu öffnen. JD Vance versuchte, Trump umzustimmen. Er warnte ihn, die Operation werde Chaos in der Region anrichten, und verwies ausdrücklich auf die Munitionsknappheit. Trump hatte seine Entscheidung jedoch bereits getroffen; und sowohl Vance als auch Caine schreckten vor ernsthafteren Schritten zurück, um den Krieg noch zu verhindern. Vance erklärte Trump, er halte die Entscheidung zwar für falsch, werde die Entscheidung des Präsidenten aber unterstützen. Jahrzehntelange israelische Bemühungen hatten in einem beispiellosen Triumph der Einflussnahme gegipfelt. Das US-Militär würde sich bewusst auf einen Angriffskrieg einlassen, von dem es wusste, dass es ihn verlieren würde.
Wenige Tage später legten die Israelis Trump Geheimdienstinformationen vor, wonach Chamenei am 28. Februar oberirdisch mit hochrangigen iranischen Vertretern zusammentreffen werde und dort angegriffen werden könne. Als die amerikanische Gruppe am 26. Februar erneut zusammentrat, stand der Plan fest. Caine erklärte Trump, das Militär werde die Operation ausführen, wenn er sie befehle. Am folgenden Tag gab Trump grünes Licht – und der Rest ist, wie man sagt, Geschichte.
Anmerkungen
[1] Gregory F. Treverton, “CIA Support to Policymakers: The 2007 NIE on Iran’s Nuclear Intentions and Capabilities,” Center for the Study of Intelligence, CIA, May 2013.
[2] “Bolton Discusses NIE Report on Iran,” NPR, December 8, 2007.
[3] “Mullen: Diplomacy First on Iran,” NBC News, April 18, 2010 (via Reuters).
[4] Richard Norton-Taylor, “Israeli Attack on Iran ‘Would Not Stop Nuclear Programme’,” The Guardian, August 30, 2012.
[5] Paul McLeary, "Trump's Top General Says Iran Honoring Nuke Deal," Foreign Policy, September 26, 2017.
[6] Olivia Gazis, "CIA Director Warns 'Misjudgments' Could Further Escalate Conflict in Middle East," CBS News, October 8, 2024.
[7] Matthew R. Costlow, “A Curious Criterion: ‘Cost-Effective at the Margin’ for Missile Defense,” National Institute for Public Policy, Information Series No. 537, October 21, 2022.
[8] Brynn Tannehill, “The Dangerous Mismatch Between American Missiles and Iranian Drones,” The Atlantic, March 4, 2026.
[9] Konstantin Toropin, "Navy's Fight in Red Sea Used 220 Missiles, But Officials Say That's Changing," Military.com, January 15, 2025.
[10] William Lamping (Lt., USNR), "Industrial Warfare Returns to the Sea," U.S. Naval Institute Proceedings 152/6, June 2026.
[11] Morgan Phillips, "New Navy Chief 'Regrets' Costly Missile Interceptors Against Houthis, Pushes for Cheaper Red Sea Defense," Fox News, April 8, 2025.
[12] Jake Epstein, “The US Navy’s Overreliance on Top Missile Interceptors Is ‘Unsustainable’ in More Intense Fights, Top Admiral Warns,” Business Insider, July 15, 2025.
[13] Maggie Haberman and Jonathan Swan, "How Trump Took the U.S. to War With Iran," The New York Times, April 7, 2026.
[14] U.S. Department of Defense and U.S. Department of Energy, “Report to Congress on the Defeat of Hard and Deeply Buried Targets,” submitted pursuant to Section 1044 of the Floyd D. Spence National Defense Authorization Act for Fiscal Year 2001 (P.L. 106-398), July 2001 (24 pp.; declassified; hosted by the National Security Archive).
[15] Russell J. Hart Jr. (Col., USAF), "Defeating Hard and Deeply Buried Targets in 2035," Air War College / Air University (CSAT), February 15, 2012.
[16] Defense Intelligence Agency, "Iran Military Power: Ensuring Regime Survival and Securing Regional Dominance," DIA-Q-00055-A, 2019.
[17] U.S. Senate Committee on Armed Services, "Nominations before the Senate Armed Services Committee, First Session, 110th Congress," S. Hrg. 110-370, 2007.
[18] Jonathan Schroden, “A Strait Comparison: Lessons Learned from the 1915 Dardanelles Campaign in the Context of a Strait of Hormuz Closure Event,” CNA, CRM D0025888.A1/Final, September 2011.
[19] Kenneth Katzman et al., "Iran's Threat to the Strait of Hormuz," Congressional Research Service, R42335, January 23, 2012.
[20] Daniel R. Coats, "Worldwide Threat Assessment of the US Intelligence Community," ODNI, Statement for the Record to SSCI, January 29, 2019.
[21] John Stillion and David T. Orletsky, “Airbase Vulnerability to Conventional Cruise-Missile and Ballistic-Missile Attacks: Technology, Scenarios, and U.S. Air Force Responses,” RAND Project AIR FORCE, MR-1028-AF, 1999.
[22] U.S. Air Force, "Agile Combat Employment," Air Force Doctrine Note (AFDN) 1-21, 23 August 2022 (rev.).
[23] Laura Heckmann, "Just In: The Air Force Has 'Considerable' Base Defense Challenge," National Defense Magazine, July 29, 2024.
[24] Sean Mathews, “US Needs to Move Bases from Gulf to Israel, Former Centcom Commander Says,” Middle East Eye, July 6, 2026.
[25] Kenneth F. McKenzie Jr., "To Deter Iran, US Must Rethink Military Basing in the Middle East," JINSA, October 10, 2024 (republished from Military Times).
[26] Helene Cooper, “Iran’s Attacks Force U.S. Troops to Work Remotely,” The New York Times, March 25, 2026.
[27] “Serb Air War: Lots of Misses,” CBS News, September 15, 1999 (reporting by David Martin).
[28] Benjamin S. Lambeth, "Operation Allied Force: Lessons for the Future," RAND Project AIR FORCE, RB-75-AF, 2001.
[29] U.S. House Committee on Oversight and Government Reform, Subcommittee on National Security and Foreign Affairs, “Iran: Reality, Options and Consequences. Part 3“ (Serial No. 110-182), November 14, 2007.
[30] BIMCO, “Suez Canal Transits Still 60% Down 100 Days After the Last Houthi Attack,” Shipping Number of the Week, January 7, 2026 (Niels Rasmussen).
[31] Gregory D. Johnsen, “Feature Commentary: An Assessment of Operation Rough Rider,” CTC Sentinel 18, no. 6 (June 2025), June 26, 2025.
[32] Ronen Bergman et al., "Iran's Fordo Site Said to Look Severely Damaged, Not Destroyed," The New York Times, June 22, 2025.
[33] Thomas Newdick, “Israeli Commandos Attacked Iranian Air Defenses With Drones From Inside the Country: Report,” The War Zone, June 13, 2025.
[34] Frederic Wehrey et al., "Dangerous But Not Omnipotent: Exploring the Reach and Limitations of Iranian Power in the Middle East," RAND, MG-781-AF, April 14, 2009.
[35] Clayton Thomas, "Protests in Iran: Possible U.S. Responses and Issues for Congress," Congressional Research Service, IF13153 (v6), updated January 21, 2026.
[36] U.S. Air Force, "Air Force Doctrine Publication 3-02, Strategic Attack," n.d.
[37] Michelle L. Price and Mary Clare Jalonick, “Prewar US Intel Assessment Found Intervention in Iran Wasn’t Likely to Change Leadership,” Associated Press, March 9, 2026.
[38] Mark Mazzetti et al., “Israel Thought It Could Spur Rebellion Inside Iran. That Was a Miscalculation,” The New York Times, March 22, 2026.
[39] Maggie Haberman and Jonathan Swan, “How Trump Took the U.S. to War With Iran,” The New York Times, April 7, 2026.