Kevin Warsh dürfte für Präsident Trump die Zinsen senken. Dadurch sinken vielleicht die Zinsen für Verbraucherkredite. Es sinkt aber auch der Wert des Dollars. Dafür steigen die Schulden, die monetarisiert werden müssen. Währenddessen fordert der Irankrieg den Petrodollar heraus. Kippt der Dollar als globale Reservewährung, könnte das Fiat-Money-System zusammenbrechen und ein Zeitalter des Friedens und Wohlstands anbrechen

Dieser Beitrag ist auf Englisch am 18. Mai 2026 erschienen auf ronpaulinstitute.org

Von Ron Paul

Ron Paul war Abgeordneter im Repräsentantenhaus der USA und kandidierte bei den republikanischen Vorwahlen um die Kandidatur zu den US-Präsidentschaftswahlen 2008 und 2012. Mit anderen Kriegsgegnern gründete er das Ron Paul Institute for Peace and Prosperity

Nachdem Kevin Warsh letzte Woche als Vorsitzender der Federal Reserve bestätigt worden war, bekam er einen Weckruf, welche Herausforderungen die Zentralbank erwarten. Der Weckruf kam in Form eines weltweiten Zinsanstiegs für Staatsanleihen. Dieser Anstieg folgte auf den Anstieg der Ölpreise durch den Iran-Krieg.

Der Anstieg der Anleiherenditen geht einher mit der Nachricht, dass die Verbraucherpreise – laut offiziellen Regierungsstatistiken (die manipuliert sind, um die Inflationsrate zu drücken) – im vergangenen Jahr um 3,8 % gestiegen sind, während die Löhne um 3,6 % stiegen. Das bedeutet, dass das inflationsbereinigte Realeinkommen vieler Amerikaner – trotz nominaler Lohnerhöhungen – gesunken ist. 

Dieser Rückgang der Realeinkommen ist der Grund dafür, dass immer mehr Amerikaner ihre Kreditkarten bis zum Limit ausschöpfen oder hohe Schuldsalden auf ihren Karten vor sich herschieben. Die hohen Zinsen auf diese Karten fesseln viele Amerikaner an eine Schuldenlast, der sie nicht entkommen können. Präsident Trumps „Lösung“ für die wirtschaftlichen Probleme, die viele Amerikaner haben, besteht in niedrigeren Zinsen.

Jerome Powell, dem Warsh als Fed-Vorsitzender nachfolgt, hatte sich geweigert, die Zinsen auf das von Präsident Trump gewünschte Niveau zu senken. Auch deshalb hat der Präsident darauf verzichtet hat, Powell für eine weitere Amtszeit zu nominieren. 

Die Befürchtung, Warsh könnte zulassen, dass Präsident Trump die Geldpolitik diktiert, erklärt auch, warum nur ein einziger demokratischer Senator für Warshs Bestätigung gestimmt hat. Eine Senkung der Zinsen mag dazu führen, dass die Zinsen für Kreditkarten und andere Verbraucherkredite geringfügig sinken. Sie wird jedoch den Wert des Dollars weiter aushöhlen, wodurch die Amerikaner noch mehr von ihrem Realeinkommen verlieren und noch tiefer in die Verschuldung getrieben werden.

Die Fed steht auch deshalb unter Druck, die Zinsen zu senken, weil sie die – mittlerweile auf über 39 Bio. Dollar angewachsene und weiter steigende – Staatsverschuldung monetarisieren muss. Vor dem Iran-Krieg wurde prognostiziert, dass die Bundesregierung in den kommenden zehn Jahren allein für die Zinszahlungen auf die Staatsschulden 16 Bio. Dollar aufwenden müsse. Dieser Betrag ist zweifellos weiter gestiegen – nicht zuletzt wegen der Milliarden, die für die Führung eines verfassungswidrigen Krieges gegen den Iran ausgegeben wurden.

Der Irankrieg hat weltweit den Volkswirtschaften geschadet und könnte eine globale Schuldenkrise auslösen, wenn die Verwerfungen dazu führen, dass Regierungen ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können. Die Störungen könnten auch zu neuen Herausforderungen für eine Grundlage des Dollar-Status als globale Reservewährung führen – das Petrodollar-System, das den Dollar an das Öl koppelt. 

Nachdem Präsident Nixon die letzte Verbindung zwischen Dollar und Gold gelöst hatte, vermittelte der damalige Außenminister Henry Kissinger ein Abkommen mit Saudi-Arabien, wonach die Saudis im Ölhandel ausschließlich den Dollar verwenden – im Gegenzug für amerikanische militärische Unterstützung. In den letzten Jahren ist das Interesse daran gewachsen, den Petrodollar und den Dollar-Status als globale Reservewährung herauszufordern. Dies ist zum Großteil auf den Widerstand gegen die Art und Weise zurückzuführen, wie die US-Regierung den Status des Dollars nutzt, um ihre eigenen Sanktionen durchzusetzen.

Das Ende des Petrodollars und des weltweiten Reservewährungsstatus wird voraussichtlich zu massiver Inflation führen, da die Fed verzweifelt Geld in die Wirtschaft pumpt, um die stetig wachsenden Bundesschulden zu monetarisieren. Die gute Nachricht ist, dass dies den endgültigen Zusammenbruch des welfare-warfare state sowie des Fiat-Money-Systems herbeiführen könnte, das diesen aufrechterhält. 

Sollten die kurzfristigen Folgen dieses Zusammenbruchs auch schmerzhaft sein: Gelingt es jenen von uns, die die Wahrheit kennen, eine kritische Masse von Menschen davon zu überzeugen, freie Märkte, eine begrenzte Regierungsgewalt und eine nicht-interventionistische Außenpolitik zu unterstützen, so wird diese Krise in ein neues Zeitalter des Friedens, des Wohlstands und der Freiheit münden.

Titelbild: Ron Paul speaking at the Young Americans for Liberty National Convention, Kissimmee (Florida), 2024 — Foto: Gage Skidmore — CC BY-SA 2.0 — https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/