Präsident Trump hat den Krieg gegen den Iran gegen guten Rat und alle Vernunft begonnen. Dagegen hatte die Uniparty aus Neokonservativen und Demokraten zwar nichts, greift aber Trump nun für den Versuch an, den Krieg zu beenden. Wer Frieden will, sollte sich nicht an den Angriffen auf den Präsidenten beteiligen

Der Beitrag erschien auf Englisch am 22. Juni 2026 auf ronpaulinstitute.org

Von Ron Paul

Ron Paul war Abgeordneter im Repräsentantenhaus der USA und kandidierte bei den republikanischen Vorwahlen um die Kandidatur zu den US-Präsidentschaftswahlen 2008 und 2012. Mit anderen Kriegsgegnern gründete er das Ron Paul Institute for Peace and Prosperity

Gegen alle Erwartungen scheint das Memorandum zwischen den USA und dem Iran zu halten – trotz aller Drohungen und Gegendrohungen. Es mag zwar noch scheitern, hat aber am Wochenende eine erste Gesprächsrunde zwischen beiden Seiten in der Schweiz überstanden.

Präsident Trump hatte den Krieg gegen den Iran gegen jeden vernünftigen Rat und unter Verletzung der US-Verfassung begonnen, die besagt, dass nur der Kongress einen Krieg erklären darf. Unsere gewählten Führer, die ihren Amtseid, die Verfassung und den gesunden Menschenverstand mit Füßen treten, müssen dafür zur Rechenschaft gezogen werden.

Entlarvend waren die Reaktionen, als Präsident Trump endlich den richtigen Schritt tat und den Krieg zu beenden versuchte. Die Neokonservativen, die ihn zuvor als großen Anführer gefeiert hatten – Levin, Bolton, Pompeo usw. –, wandten sich plötzlich gegen ihn, als er sich gegen eine weitere Eskalation des Krieges entschied. Selbst Trumps wichtigste Geldgeberin Miriam Adelson griff ihn in ihrer Zeitung Israel Hayom an. „Sie hätten der größte Präsident von allen sein können, aber Sie sind gescheitert“, stand in einem Leitartikel. Wenig Dankbarkeit also von der Israel-zuerst-Fraktion, obwohl der Krieg doch zu Israels Gunsten begonnen wurde.

Noch stärker entlarvend war die Reaktion der „Oppositionspartei“ im Kongress, der Demokraten. Sie griffen Trump schärfer dafür an, den Krieg beendet – oder zumindest unterbrochen – zu haben, als dafür, ihn begonnen zu haben! Senator Adam Schiff (Demokrat aus Kalifornien) bezeichnete die Absichtserklärung als „Kapitulation“. Senator Chris Murphy (Demokrat aus Connecticut) nannte sie ein „beschämendes Dokument“. Senatorin Amy Klobuchar behauptete fälschlicherweise, Präsident Trump würde dem Iran 300 Milliarden Dollar zahlen, damit dieser die Straße von Hormus wieder öffnet.

Dies ist ein weiterer Beweis – falls es überhaupt noch eines solchen bedarf –, dass unsere Außenpolitik von der „Uniparty“ gesteuert wird. Wenn es um Kriege geht, gibt es weder eine Republikanische noch eine Demokratische Partei. Es gibt nur die „Ja!“-Partei.

Der Kongress schweigt, wenn ein Krieg vorbereitet wird. Der Kongress schweigt, wenn der Präsident einen Krieg tatsächlich beginnt. Der Kongress schweigt sogar, wenn der Krieg schlecht zu laufen beginnt. Erst in jenen seltenen Fällen, in denen ein Präsident sich anschickt, seinen Fehler zu korrigieren, erhebt der Kongress gegen ihn seine Stimme.

Ja, es gibt viel zu kritisieren. Nach Gesprächen am Wochenende feiert die US-Seite unter Führung von Vizepräsident JD Vance als „Durchbruch“, dass die Straße von Hormus wieder offen ist und der Iran Berichten zufolge der Rückkehr von UN-Inspektoren zugestimmt habe. Doch die Meerenge war bereits vor diesem Krieg offen, und UN-Inspektoren waren schon im Iran gewesen, bevor Präsident Trump während seiner ersten Amtszeit einseitig aus dem JCPOA – dem sogenannten Iran-Abkommen – ausstieg.

Der einzige Unterschied zu früher besteht darin, dass wir wohl mehrere hundert Milliarden Dollar verbrannt, Dutzende von Flugzeugen und anderes militärisches Gerät verloren haben – und vermutlich mehr Soldaten eingebüßt, als das Pentagon zugibt. Das erinnert uns daran, warum die Gründerväter sicherstellen wollten, dass jeder Krieg von den Vertretern des Volkes erklärt werden muss, bevor der erste Schuss fällt: Es sollte sehr schwer sein, Kriege zu beginnen.

Meiner Meinung nach sollten diejenigen, die Krieg wirklich ablehnen, vorerst ihre Munition trocken halten und darauf hoffen, dass eine dauerhafte Lösung gefunden werden kann. Der Präsident wird von der Kriegspartei von allen Seiten angegriffen. Die Friedenspartei sollte sich an diesen Angriffen jetzt besser nicht beteiligen.

Titelbild: Ron Paul speaking at the Young Americans for Liberty National Convention, Kissimmee (Florida), 2024 — Foto: Gage Skidmore — CC BY-SA 2.0 — https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/