Leider hat Präsident Trump auf die Neokonservativen und Benjamin Netanjahu gehört anstatt auf seine MAGA-Basis. Es sollte wie die Venezuela-Operation ablaufen: schnell und schmerzlos für die USA. Während das Pentagon warnt, dass die Operation Wochen statt Tage dauern könnte, gehen uns die Raketen aus. Die Regierung versucht mit allen Mitteln, diese sich anbahnende Katastrophe als planmäßig darzustellen, aber was ist dieser Plan?
Dieser Beitrag ist auf Englisch am 2. März 2026 erschienen bei ronpaulinstitute.org
Von Ron Paul
Ron Paul war Abgeordneter im Repräsentantenhaus der USA und kandidierte bei den republikanischen Vorwahlen um die Kandidatur zu den US-Präsidentschaftswahlen 2008 und 2012. Mit anderen Kriegsgegnern gründete er das Ron Paul Institute for Peace and Prosperity
Leider hat Präsident Trump auf die Neokonservativen und Benjamin Netanjahu gehört anstatt auf seine MAGA-Basis und andere warnende Stimmen, als er am Wochenende einen Überraschungsangriff auf den Iran startete. Zum zweiten Mal innerhalb von neun Monaten nutzte die US-Regierung Verhandlungen mit dem Iran als Deckmantel für einen geplanten Angriff.
Die Gespräche der letzten Woche brachten laut allen Seiten „Fortschritte“. Und technische Teams sollten sich diese Woche treffen, um die Details auszuarbeiten. Präsident Trump erklärte jedoch plötzlich, er sei mit den Gesprächen unzufrieden, da die iranische Seite sich geweigert habe, die „magischen Worte“ auszusprechen, nämlich dass sie keine Atomwaffen anstreben würden. Doch der Iran beteuert seit Jahrzehnten, kein Interesse an der Entwicklung von Atomwaffen zu haben, und unsere eigenen Geheimdienste haben dies bestätigt.
Kurz nach Präsident Trumps Ankündigung starteten die USA und Israel ihren Angriff und töteten den iranischen Religionsführer sowie etwa 40 weitere politische und militärische Führer in einem gezielten Angriff. Es sollte wie die Venezuela-Operation ablaufen: schnell und schmerzlos für die USA. Die Führung ausschalten, und das leidgeprüfte Volk würde auf die Straße gehen und sein Land zurückerobern.
Das mag eine gute Handlung für einen Hollywoodfilm sein, aber in der Realität haben solche Regimewechsel noch nie funktioniert. Millionen gingen im Iran auf die Straße, aber um den ermordeten Ayatollah zu betrauern und ihre Unterstützung für die Regierung zu bekräftigen. Genau wie wir nach den Anschlägen vom 11. September „um die Flagge geschart“ wurden.
Schnell begannen die iranischen Vergeltungsmaßnahmen, US-Einrichtungen und Israel wurden schwer getroffen. US-Soldaten wurden getötet und US-Kampfjets abgeschossen. US-Stützpunkte in der Region wurden beschädigt oder zerstört. Auch US-Botschaften und -Konsulate wurden angegriffen, unter anderem von Irakern, die wahrscheinlich immer noch wütend über die Zerstörung ihres Landes durch die USA vor 20 Jahren sind.
Und während das Pentagon warnt, dass die Operation Wochen statt Tage dauern könnte, gehen uns die Raketen schnell aus. Milliarden von Dollar wurden bereits für diesen unprovozierten Angriff ausgegeben. Und wenn sich der Rauch verzogen hat – falls er das überhaupt tut –, werden wir vielleicht Hunderte von Milliarden oder sogar noch viel mehr für einen weiteren Krieg im Nahen Osten verschwendet haben. Genau das, was Präsident Trump versprochen hatte, nicht zu tun.
Die neokonservativen Propaganda vom Krieg als Kinderspiel, verbreitet von Lindsey Graham und anderen, hat sich wieder einmal als falsch herausgestellt. Tragischerweise könnten weitere amerikanische Soldaten sterben, während die Neokonservativen anderen die Schuld für das Fiasko geben, das sie selbst mitverursacht haben.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte über den US-amerikanisch-israelischen Angriff: „Dieses Kräftebündnis ermöglicht es uns, das zu tun, wonach ich mich seit 40 Jahren sehne …“ Doch die Aufgabe des US-Militärs ist es nicht, die jahrzehntealten Wünsche ausländischer Machthaber zu erfüllen. Es gibt einen guten Grund, warum unsere Verfassung besagt, dass nur der Kongress den Krieg erklären darf.
Ein Militärschlag während laufender Verhandlungen wird nachhaltige negative Folgen für die Vereinigten Staaten haben. Wer wird der US-Diplomatie jemals wieder vertrauen, wenn Gespräche als Ablenkungsmanöver für geplante Angriffe missbraucht werden? Die Regierung versucht mit allen Mitteln, diese sich anbahnende Katastrophe als planmäßig darzustellen, aber was ist dieser Plan? Niemand weiß es. Wissen sie es etwa?
Hier ist ein Plan: Beendet das Ganze noch heute. Gebt die zerstörten US-Basen an die Länder zurück, in denen sie sich befinden. Und kommt einfach nach Hause. So sieht eine echte „Amerika zuerst“-Bewegung aus.
Titelbild: Ron Paul speaking at the Young Americans for Liberty National Convention, Kissimmee (Florida), 2024 — Foto: Gage Skidmore — CC BY-SA 2.0 — https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/