In der Kongress-Anhörung vom Donnerstag betonte die Direktorin der Nationalen Nachrichtendienste (DNI) und der CIA-Direktor John Ratcliffe, Tel Aviv konzentriere sich auf einen Regimewechsel, Washington hingegen nicht

Der Beitrag erschien zuerst auf Englisch am 19. März 2026 auf der Seite des Quincy Institute for Responsible Statecraft responsiblestatecraft.org

Von Blaise Malley

Blaise Malley ist freiberuflicher Autor und ehemaliger Reporter von Responsible Statecraft. Derzeit studiert er im Masterstudiengang an der New York University. Seine Artikel erschienen unter anderem in The New Republic, The American Prospect und The American Conservative

Die Direktorin der nationalen Nachrichtendienste Tulsi Gabbard sagte am Donnerstag vor, die Ziele Israels und der USA im Iran-Krieg seien nicht identisch. In ihrer Rede vor dem Ständigen Sonderausschuss für Geheimdienste des Repräsentantenhauses und auf Fragen des Abgeordneten Joaquin Castro (Demokrat, Texas) erklärte Gabbard, die beiden Länder verfolgten im Konflikt unterschiedliche Ziele:

„Die vom Präsidenten formulierten Ziele unterscheiden sich von den Zielen der israelischen Regierung“, so Gabbard. „Wir können anhand der Operationen erkennen, dass die israelische Regierung darauf fokussiert war, die iranische Führung zu schwächen und mehrere Mitglieder auszuschalten, allen voran den Obersten Führer. […] Der Präsident hat erklärt, seine Ziele sei die Zerstörung der iranischen Raketenabschusskapazität, der Raketenproduktion und der Marine.“ CIA-Direktor John Ratcliffe stimmte dem zu. „Um es klarzustellen: Die Ziele des Präsidenten im Rahmen der Operation Epic Fury beinhalteten keinen Regimewechsel. Das mag sich von den Zielen Israels unterscheiden“, sagte er.

Leider war von Anfang an unklar, ob die Regierung einen Regimewechsel anstrebte oder nicht. In seiner Rede zum Kriegsbeginn am 28. Februar deutete Präsident Donald Trump an, dass die USA genau dies täten: 
„An die Mitglieder der Islamischen Revolutionsgarde, die Streitkräfte und die gesamte Polizei: Ich sage heute Abend, dass Sie Ihre Waffen niederlegen müssen und volle Straffreiheit zu erwarten haben. Oder aber den sicheren Tod. Legen Sie also Ihre Waffen nieder. Sie werden fair behandelt und erhalten volle Straffreiheit. Oder Sie erwartet der sichere Tod. Zum Schluss sage ich dem stolzen iranischen Volk heute Abend: Die Stunde eurer Freiheit ist gekommen. Bleibt in Schutzunterkünften. Verlasst eure Häuser nicht. Es ist sehr gefährlich draußen. Überall werden Bomben fallen. Wenn wir fertig sind, übernehmt die Regierung. Sie wird euch gehören. Dies wird wahrscheinlich eure einzige Chance für Generationen sein.“

Weder Gabbard noch Ratcliffe gaben am Donnerstag eine Antwort darauf, warum Israel trotz des erklärten Widerstands von Präsident Donald Trump iranische Infrastruktur angegriffen hat oder ob die israelische Regierung diplomatische Annäherungen der USA an den Iran unterstützt. Anfang der Woche nahm Israel Ali Laridschani, einen hochrangigen iranischen Sicherheitsfunktionär, ins Visier und tötete ihn. Wie Trita Parsi für RS schrieb, war Larjiani „nicht nur eine Schlüsselfigur innerhalb des Regimes und der wichtigste Konsensstifter, sondern auch jemand, der Gespräche mit den USA befürwortete und innerhalb des Systems einen Konsens für einen möglichen Ausstieg des Irans hätte herstellen können.“

Die Abgeordnete Elise Stefanik (Republikanerin, New York) befragte Gabbard auch zum Rücktritt des Direktors des Nationalen Zentrums für Terrorismusbekämpfung (NCTC) Joe Kent zu Beginn der Woche. Gabbard weigerte sich, Kents Schreiben, in dem dieser die Behauptung zurückwies, Iran stelle eine unmittelbare Bedrohung für die Vereinigten Staaten dar, ausdrücklich zu verurteilen. Stattdessen wiederholte sie eine Variation ihrer Aussagen, die sie Anfang der Woche bereits in den sozialen Medien und vor dem Geheimdienstausschuss des Senats gemacht hatte.

Gabbard erklärte, ihre Aufgabe sei es gewesen, dem Präsidenten Informationen zu liefern. Letztendlich sei es der Oberbefehlshaber, der „dafür verantwortlich ist, zu entscheiden, was eine unmittelbare Bedrohung darstellt und was nicht, und ob Maßnahmen ergriffen werden sollen oder nicht“. Gabbard stimmte Stefanik jedoch zu, dass Kents Entscheidung, Israel die Schuld am Krieg zuzuschieben, bedenklich sei.

Gabbard wich ebenfalls einer direkten Antwort auf die Frage aus, ob sie weiterhin zu ihren Aussagen als Kongressabgeordnete stehe. Damals hatte sie argumentiert, Präsident Donald Trumps Entscheidung, den iranischen General Qasem Soleimani 2020 zu töten, sei „illegal und verfassungswidrig“ gewesen und könne zu einem größeren Krieg führen, der „so kostspielig und verheerend wäre, dass unsere Kriege im Irak und in Afghanistan dagegen wie ein Picknick wirken würden“.

„Die Kosten des Krieges lasten schwer auf mir und meinen Kollegen“, antwortete Gabbard. „Wie ich bereits erwähnte, wurde ich vom Kongress und vom Präsidenten in meiner Funktion als Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes aufgefordert und verpflichtet, meine persönlichen und politischen Ansichten zurückzustellen.“ Während ihrer gestrigen Aussage vor dem Senat erklärte Gabbard, die Geheimdienste hätten keine Beweise dafür, dass der Iran nach den US-Angriffen auf seine Atomanlagen im vergangenen Juni versucht habe, sein nukleares Anreicherungsprogramm wieder aufzubauen.

Titelbild: Office of the Director of National Intelligence, veröffentlicht über @DNIGabbard auf X (12.02.2025), Public Domain (US Government)